Ein kleines Stofflexikon zur Entscheidungshilfe vor Ihrem Kauf

Kaschmir - die edle Faser aus der Kälte 

Herkunft und Herstellung

Die Kaschmirwolle ist eine besonders feine und sehr weiche Faser, die zum Ende des Winters durch manuelles Auskämmen aus dem Unterfell der Kaschmirziege (Gattung: Ziege, Familie: Hornträger )  gewonnen wird. Ihr Name ist von der Region Kaschmir abgeleitet.

Kaschmir ist eine der wertvollsten und teuersten Naturtextilien überhaupt. Der gewonnene Ertrag pro Tier und Jahr liegt bei 150 - 200 g, also in Etwa einem Schal pro Jahr. Neben der natürlichen Knappheit und der auch heute noch aufwändigen Gewinnung dieses Rohstoffes tragen nicht minder die Feinheit (ca. 1/6 des Durchmessers eines menschlichen Haares) und Weichheit eines jeden einzelnen Haares sowie deren hieraus resultierenden thermischen Eigenschaften zu einem entsprechend hohen Preis bei. Zur Zeit müssen für 1 kg unverarbeitete Kaschmirwolle - je nach Qualität - etwa 150 € - 200 € bezahlt werden.

Wichtigste Erzeugerländer sind heute China, die Mongolei und das mittelasiatische Hochland, wo gleichermassen "ideale" äussere Bedingungen herrschen, d.h. dass die Kaschmirziegen dort Temperaturen von bis zu - 40 Grad aushalten müssen, um das begehrte feine Flaum ausbilden zu können:

Eigenschaften

- atmungsaktiv, kein Luftstau, kein Schwitzen, daher auch bestens als leichter Pullover o. Schal im Sommer geeignet

- schmutz- und geruchsabweisend, daher genügt oft ausgiebiges Lüften zum (Selbst-)Reinigen

- unnachahmliche Weichheit des Stoffes

- sehr geringes Eigengewicht im Verhältnis zum Wärmerückhaltevermögen, daher sind Kaschmirprodukte oft federleicht bei höchstem Tragekomfort und fühlen sich eher an wie "eine zweite Haut" denn wie ein Kleidungsstück - ein wirklich himmlisches Gefühl!

- Feinheit der einzelnen Faser: 14 - maximal 21 Mikron (1 Mikron = 1 Tausendstel Millimeter!)

- höchstes Wärmerückhaltevermögen aller Natur-Edelfasern durch Bildung von winzigen Luftpölsterchen zwischen den feinen Haaren                                       

Kaschmir ist - wie bereits beschrieben - schon auf Grund seiner natürlichen Knappheit ein Stoff, der seinen Preis hat. Daher kommt es nicht selten vor, dass mit "100 Kaschmir" etikettierte Produkte zuweilen nicht oder nur zu einem geringen Anteil aus Kaschmir bestehen. Wir überprüfen jeden unserer Lieferanten auf Seriosität und belegen diese mit eigenen Labortests, die wir bei einem weltweit anerkannten, unabhängigen Institut in Auftrag geben. So können Sie und wir uns sicher sein, dass Sie von uns nur mit reiner, hochwertiger Ware beliefert werden.

Generell ist beim Kauf von Kaschmir immer zu beachten:

– reines Kaschmir ist matt und glänzt nicht, es sei denn durch beabsichtigte veredelnde Appretur (sog. "Wasserglanz"-Effekt)
– der Griff sollte sich seifig-matt anfühlen
– die eigene, reflektierende Körperwärme sollte bald spürbar sein

Pflege

Kaschmirwolle besteht - wie auch das menschliche Haar - aus Aminosäuren. Daher pflegen Sie Kaschmir idealerweise auch wie Ihr Haar: einfach in lauwarmem Wasser mit wenig Woll- oder Haarwaschmittel hin und her bewegen und zum Trocknen auf einem Frottiertuch ausbreiten. Bitte immer legen, nicht aufhängen, da sich sonst der Stoff verziehen kann. Niemals auswringen oder reiben, da sonst das feine Haar bricht!

Sie können Kaschmir auch in der Maschine waschen - allerdings empfiehlt es sich dringend, ausschliesslich den Kalt-/Wollwaschgang zu benutzen!

Schleudern Sie bitte nur für wenige Minuten und nur bei niedrigster Drehzahl!

Oft genügt auch ein ausgiebiges Durchlüften der Kleidungsstücke, da Kaschmir besonders geruchs- und schmutzabweisend ist.

Lediglich bei starker Verunreinigung empfiehlt sich die Reinigung durch einen Fachbetrieb!

Kleine Wollknötchen lassen sich ganz einfach durch einen Fusselmaid entfernen

 

Alpaka - der Stoff der Inkas 

Herkunft und Herstellung

Zu Inkazeiten galten Alpakagewebe als Privileg der Herrscher, heute werden die Produkte hauptsächlich aus Chile, Peru und Bolivien weltweit exportiert. Traditionell wird die Wolle nach der jährlichen Schur gekämmt, gewaschen und oft von Hand, mittels einfacher Spinnräder, zu Wolle versponnen.
Ein breites Spektrum an natürlichen Farben, sowie die gute Färbbarkeit und der seidige Glanz bilden einen weiteren Vorteil dieses Naturprodukts. Stricken, weben, filzen - die Möglichkeiten, Alpakawolle zu verarbeiten sind vielfältig.

Eigenschaften

Die einzigartigen thermischen Eigenschaften, hervorgerufen durch isolierende Hohlräume in den Fasern, sowie die ausgeprägte Robustheit, Stärke, Feinheit und das geringe Gewicht kennzeichnen die Alpakawolle, die Mensch und Tier das Überleben in den extremen Wetterbedingungen der Anden ermöglicht.

Im Großen und Ganzen unterscheidet man zwei Qualitäten von Alpakafasern - die glatte und die gekräuselte Variante, die von zwei unterschiedlichen Alpakarassen stammen. Besonders wertvoll, fein und weich ist das Babyalpaka, die Wolle der ersten Schur.

Weich und anschmiegsam, schützend gegen Kälte, Nässe, Wind und Hitze, ist Alpaka einer der beliebtesten Rohstoffe zur Herstellung wertvoller Textilien.
Durch das weiche, angenehme Hautgefühl lassen sich Alpaka-Stoffe zu den unterschiedlichsten Kleidungsstücken verarbeiten. Sie sind zudem antistatisch, geruchsneutral, kratzen nicht und können durch den geringen Gehalt an Lanolin auch von Allergikern gut vertragen werden. Auch Pilling bildet bei Alpakawaren kein Problem - es tritt gar nicht erst auf. Alpaka ist langlebig und pflegeleicht.

Pflege

Wie alle Textilien aus Wolle, sollten auch Alpaka-Produkte häufig gelüftet werden, da dies einen natürlichen Reinigungsprozess bewirkt. Über Nacht im Freien, geschützt vor Regen, regenerieren sich die Fasern in der feuchten Luft, richten sich wieder auf und erstrahlen in neuem Glanz. Das Waschen sollte nur von Hand geschehen, mit Wollwaschmittel oder mildem Shampoo und bei Temperaturen bis höchstens 30 Grad. Bunte Textilien getrennt waschen, da die Farben ausbluten können. Alpaka verträgt kein Rubbeln oder Wringen, sondern nur leichtes, vorsichtiges Bewegen im Wasser. Zum sanften Trocknen empfiehlt sich das Ausbreiten auf einem Frotteetuch. Behutsam in Form ziehen und nach dem Trocknen zum Schutz vor Motten mit Zedernholzstückchen lagern.

 

Kamelhaar 

Herkunft und Herstellung

Das Kamelhaar, das in der Textilindustrie Verwendung findet, stammt fast ausschließlich vom zweihöckrigen Kamel oder baktrischen Kamel (Camelus bactrianus) ab. Kamele werden aus vielen Gründen gehalten: als Lieferant von Haar, Fleisch, Milch und als Transportmittel. In der Mongolei gibt es noch rund 800.000 gezüchtete Kamele und einige Tausende Wildkamele.

Jedes zweihöckrige Kamel produziert im Winterhalbjahr ca 7 kg verwendbares Haar mit Flaumgehalt. Dieses Haar wird aus dem Haarkleid ausgekämmt und nach Farben sortiert (4 Farbtöne von créme bis dunkelbraun). Danach wird es gewaschen und entgrannt. Im Sommer werden die Kamele dann nochmals geschoren, um auch das gröbere Haar zu ernten. Diese Haare werden dann zur Herstellung von Seilen, Filzen, Teppichen etc eingesetzt.

Eigenschaften

Das Flaumhaar des baktrischen Kamels liegt bei 17-22 Mikron, je nach Ursprungsgebiet. Es ist sehr fein, stark gekräuselt, seidig weich und gut wärmend. Das Material hat hervorragende Wärmeeigenschaften und bietet einen erstklassigen Temperaturausgleich. Ihm wird eine ähnlich „anti-rheumatische“ Wirkung zugesprochen, wie Angora Kaninhaar.

Das für unsere Decken ausschließlich verwendete Baby Kamelhaar, d.h. das Haar der erstmals geschorenen Jungtiere kommt der Feinheit, Weichheit und Leichtigkeit von Kaschmir sehr nahe. Hierzu ein Vergleich der Feinheit von Kaschmir (14 - 21 Mikron), Baby-Kamelhaar (17 - 19,5 Mikron) und des menschlichen Haares (35 - 80 Mikron).

Das Haar hat einen seidigen Glanz und ist sehr glatt und fein in der Struktur. Ausserdem ist es bekannt für einen hervorragenden Feuchtigkeitstransport und wirkt klimatisierend.

Der besondere Vorteil von Kamelhaar wie auch gleichsam Alpaka liegt in deren als "unverwüstlich" zu bezeichnenden Eigenschaften: Sie werden auch nach jahrelangem Gebrauch keine Abnutzungserscheinungen entdecken können.

Pflege

Wie alle Textilien aus Wolle, sollten auch Kamelhaar-Produkte häufig gelüftet werden, da dies einen natürlichen Reinigungsprozess bewirkt. Über Nacht im Freien, geschützt vor Regen, regenerieren sich die Fasern in der feuchten Luft, richten sich wieder auf und erstrahlen in neuem Glanz. Das Waschen sollte nur von Hand geschehen, mit Wollwaschmittel oder mildem Shampoo und bei Temperaturen bis höchstens 30 Grad. Bunte Textilien getrennt waschen, da die Farben ausbluten können. Auch Kamelhaar nicht wringen oder rubbeln, sondern nur leicht und vorsichtig im Wasser bewegen. Zum sanften Trocknen empfiehlt sich das Ausbreiten auf einem Frotteetuch. Behutsam in Form ziehen und nach dem Trocknen zum Schutz vor Motten mit Zedernholzstückchen lagern.

 

Yakhaar

Herkunft und Herstellung

Das Yak lebt mit den Nomaden in der Mongolei und in den Hochländern von Tibet in Höhen von 3500-5000 m Höhe (und wild in Nordwest-Kansas/USA).

Jahrelang als Kaschmirersatz der Steppdeckenindustrie "missbraucht", darf es heute seinen wahren Namen nennen. Ritter Decken waren hierzulande die Ersten, die das feine Yakhaar zu Decken verarbeitet haben und vor mehreren Jahren in den Markt eingeführt haben.

Das feine Unterhaar des Yaks, welches in der Textilproduktion verwendet wird, hat eine Feinheit von ca. 19 Mikron und eine Länge von 28 - 35 mm..
 
Bei entsprechendem Know-How bekommt man eine unverwechselbar feine Deckenqualität mit typisch dunkelbraunem Farbton.

Entgranntes Yakhaar ist dem iranischen und afghanischen Kaschmir zum Verwechseln ähnlich und wird entsprechend - unlauter - eingesetzt.

Eigenschaften

Wie alle Edelhaare sorgt auch die Yakwolle für eine besonders hohe Wärmeleistung, ist somit anti-rheumatisch, feuchtigkeitsregulierend, in hohem Maße selbstreinigend und sehr fein im Griff. Auch zeichnet sich Yakhaar - in richtiger Weise verarbeitet - durch eine besonders lange Lebensdauer aus. Diese hervorragenden Eigenschaften, gepaart mit einem vergleichsweise günstigen Preis, machen die Yakdecke zu einem unserer beliebtesten Artikel im Bereich Heimtextilien.

Pflege

Analog zu den anderen Edelhaaren sollten auch Yakhaar-Produkte häufig gelüftet werden, da dies einen natürlichen Reinigungsprozess bewirkt. Über Nacht im Freien, geschützt vor Regen, regenerieren sich die Fasern in der feuchten Luft, richten sich wieder auf und erstrahlen in neuem Glanz. Das Waschen sollte möglichst von Hand oder auch in der Maschine geschehen, mit Wollwaschmittel oder mildem Shampoo und bei Temperaturen bis höchstens 30 Grad.. Auch Yakhaar nicht wringen oder rubbeln, sondern nur leicht und vorsichtig im Wasser bewegen. Zum sanften Trocknen empfiehlt sich das Ausbreiten auf einem Frotteetuch. Behutsam in Form ziehen und nach dem Trocknen zum Schutz vor Motten mit Zedernholzstückchen lagern.

 

Geelong-Wolle

Herkunft und Herstellung

Geelong ist eine Stadt im australischen Bundesstaat Victoria, in deren Umgebung eine Schafrasse gezüchtet wird, deren Wolle als eine der hochwertigsten der Welt gilt. Die Geelong-Lammwolle darf nur als solche bezeichnet werden, wenn sie von Schafen stammt, die nicht älter als 7 Monate sind. Nur die Wolle, welche bei der Erstschur der Lämmer aus der Geelong Region gewonnen wird, trägt diesen Namen.

Geelong war bis in die 1960er Jahre das klassische Material für gestrickte Herrenpullover, wurde im Laufe der Jahre aber aus verschiedenen Gründen durch Kaschmir oder Merino ersetzt.

Eigenschaften

Kenner haben jedoch daran festgehalten, denn die Geelongwolle kann mit ihren kurzen, gedrehten Fasern viel Luft umspannen und damit bei geringerem Gewicht besser wärmen. Die leichten Strickwaren fassen sich ungemein weich an und bleiben auch nach dem Waschen zuverlässig in Form. Mehr noch, mit jedem Waschen werden die Stücke weicher und schöner im Griff!

Pflege

Die Plfege von Geelong-Wolle gestaltet sich völlig unkompliziert: 30-Grad-Maschinenwäsche und leichtes Schleudern bei 400 U/min sind völlig verträglich, Trockner empfehlen wir zu vermeiden.

Wie bei allen anderen Naturhaar-Produkten genügt oft schon ausgiebiges Lüften, am effektivsten bei feuchtem Klima.

 

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